Klartraum

Meine ersten spontanen Klarträume - oder auch Luzide Träume genannt - erlebte ich ende der 70iger Jahre. Damals gab es zu diesem speziellen Thema noch wenig Literatur, so dass ich dieses Phänomen erst einmal als Selbstheilungstraum analysierte oder als mystisches Erlebnis einordnete. Erst Ende der 80iger Jahre fiel mir ein Buch von Werner Zurfluh mit dem Titel "Quellen der Nacht" in die Hände, in dem für mich Traumerfahrungen erzählt und analysiert wurden, die meinen nächtlichen Erfahrungen sehr nahe kamen. Dieses Buch regte mich an, meinen ungewöhnlichen Träumen mehr Beachtung zu widmen und Klarträume gezielter hervorzurufen. Am ende der 90iger Jahre verband mich eine Email Freundschaft mit Werner Zurfluh, die selbst unsere Träume gegenseitig befruchtete.

In Klarträumen sind wir uns bewusst, dass wir träumen, obwohl unser physischer Körper vollkommen entspannt ist. In ihnen können wir frei entscheiden und unsere Wünsche erfüllen. Bevor wir klar träumen können, müssen wir den Traum einer Realitätsprüfung unterziehen. So fragen wir uns mehrmals am Tag, ob die Szenerie, in der wir uns gerade befinden, real oder geträumt ist. Irgendwann werden wir im Traum die gleiche Frage stellen und die Szenerie als Traum erkennen.

Dann eröffnen sich einem ungeahnte Möglichkeiten im Klartraum. Viele werden fliegen oder vögeln wollen, andere wollen ein wichtiges Problem, das sie tagsüber verfolgt hat, lösen. Auf jeden Fall wird man/ frau eine Antwort bekommen und noch tagelang nach dem Traum davon angenehm beflügelt sein.

In Animationen zeige ich den typisch Ablauf für einen Klartraum. In ihm gibt es keine körperlichen Widerstände. Alles durchdringt jedes. Im Gegensatz zu kommerziellen Animationen krachen keine gegensätzlichen Elemente aufeinander oder verschlingt das eine den anderen. Denn im Klartraum ist man/ frau sich bewusst, dass es sich um einen phänomenalen d. h. möglichen Raum handelt, der der eigenen Phantasie entspringt.  

In einem Bühnenstück  "Die verhängnisvollen Liebesaffären des Harry Krone" mit dem Pantomimen Klaus Lavies habe ich versucht eine klar-träumende Bildergeschichte zu entwickeln. Das Stück wurde die ersten Male im Frühjahr 1992 im Darmstädter Kulturzentrum der Bessunger Knabenschule und im  Rüsselsheimer Stadttheater aufgeführt. Klaus Lavies agierte damals mit wechselnden Schwarz/ Weiß-Kostümen und -Leinwänden in meinen projizierten, gemalten Bildern. 

In der Kurzgeschichte geht es um einen ungewöhnlichen männlichen Träumer, der Abseits der gängigen Klischees seine Begegnungen mit dem weiblichen Geschlecht erlebt. Er erlangt aus diesen für ihn anfangs erschreckenden Begegnungen eine ungewöhnliche Sicht auf seinen Alltag. Dieser Alltag ist geprägt von einer harten männlichen Sichtweise der Wirklichkeit. Doch durch eine weibliche Sichtweise auf sein Leben wenden sich die albtraumhaften Begegnungen für ihn schließlich immer wieder ins Positive. Er erlebt dabei unvergessliche Augenblicke in surrealen, heiteren Klarträumen.

In einem überarbeiteten 4teiligen bebilderten Aufsatz, den ich zuerst im Rahmen eines DIA- Vortrages im Januar 1992 an der Universität in Frankfurt bei Professor Paul Tholey hielt, habe ich meine Klartraumerfahrungen im Spiegel der bildenden Kunst und meiner künstlerischen Entwicklung näher angesehen. 

Meine jahrzehntelange Erfahrung mit Klarträumen habe ich in einer Abhandlung über meine Klartraumtechniken festgehalten. Dabei stelle ich ein paar Methoden zum Herbeiführen von Luziden Träumen vor. Hier gibt es reichhaltige Hyperlinks zu anderen Internetseiten, die ich für bemerkenswert im Zusammenhang mit luziden Träumen halte. Außerdem habe ich eine reichhaltige Literaturliste zusammengestellt von Büchern, die mich während meiner Auseinandersetzung mit Klartraumtechniken angeregt haben.

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