| Skizzen II |
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Quaderförmiger
“Cocoon” |
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Datum: Mittwoch, 2. September 1998 10:30 Guten Tag Werner, leider kann ich Dir erst heute antworten, weil ich in der Zwischenzeit in Urlaub war und mir eine Antwort auf Deine Email in Ruhe überlegen wollte. Ich hatte einen Traum am 18.08.1998 von einem quaderförmigen Gebäude, das ich Dir als Skizze beigelegt habe. Es ist meine Antwort auf Deine Quaderserie, die Dich in Deinen Luziden Träumen beschäftigt hat. Ich gelange in dem Traum über eine Rampe in ein Gebäude. Der obere Teil des Gebäudes besteht aus überdimensionalen H-förmigen Dachträgern. Zwischen den Dachträgern wohnen Kopfmenschen. Unter ihnen ist auch mein Kopf. Ein Mann weist mich auf den großen lichten Raum darunter hin. Durch die Decke schwebe ich in die Halle. In der Halle, die mich an eine quaderförmige Turnhalle erinnert, soll eine Ausstellung stattfinden. Die Ausstellung soll ich selbst gestalten. Als Objekt steht mir nur ein weißer Würfel zur Verfügung. Ich öffne ihn wie eine Hutschachtel und entdecke, sie ist leer! In diesem Augenblick weis ich, sie ist genau das, was ich ausdrücken will. Es ist die Essenz meiner Träume. Den leeren weißen Würfel baue ich auf einem quaderförmigen weißen Podest auf, der wie ein Altar wirken soll. Mehr als die LEERE möchte ich in diesem Raum nicht ausstellen. In der Hoffnung auf weitere Inspirationen Klaus - Heinrich
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Datum: Freitag, 4. September 1998 14:51 Guten Tag Klaus - Heinrich, Dein Traum vom 18.08.1998 bzw. natürlich die Skizze. Wahnsinn !!! Ich habe gestern, also am 3.09. das Bild nur ganz kurz angeschaut. Das reichte jedoch, um Dinge auszulösen, die mich sehr beeindruckt haben. Nun der Reihe
nach: Nachdem ich mich nach dem Pinkeln wieder hingelegt habe, (es ist jetzt 23:15) denke ich über das Geschehen nach. Haben die Männer etwas mit den dunklen Reitern in Tolkiens "Herr der Ringe" zu tun? Gleichzeitig beginne ich auch achtsam auf das "Hintergrundflimmern" der geschlossenen Augen zu achten, um das Bewusstsein einigermaßen zu stabilisieren und möglichst wach in der Übergangsphase zu verbleiben. Plötzlich taucht das "Quaderbild" von Klaus-Heinrich auf. Ich sehe es zwar nicht direkt, aber die Erinnerung ist sehr deutlich, obwohl ich es gestern nur sehr kurz betrachtet habe. Der Quader! Etwas stimmt nicht mit ihm. Aha, und das Bild als solches - eine echte Alternative zum Taubenkäfig von Magritte. Mon Dieu,
welche Dynamik drückt sich darin aus. Die Vorhänge werden vom Wind
bewegt! Magritte wirkt im Vergleich dazu statisch, flach und
zweidimensional - trotz der Taube, die doch ein lebendes Wesen ist. Ich
spüre jetzt regelrecht den Wind unheimlich sanft und still durch das
quaderförmige Gebäude brausen. Ja, der weiße Quader ruht wie im
"vorderen" Brennpunkt einer Ellipse. Er muss unbedingt frei
schweben! Schließlich gehe ich hinüber zum Computer und schalte ihn an. Ich will das Bild unbedingt ausdrucken. Dabei meine ich, in der Alltagsrealität zu sein. Ich könnte es evtl. "ändern" und den Quader schwebend darstellen, indem ich den Sockel weg retouchiere.
Das Gefühl und auch sonst alles stimmt 100%. "Wo mag ich also
sein? Egal, ich drucke jetzt das Bild aus. Und wenn es denn nicht die
'korrekte Ebene' ist, drucke ich es eben nochmals aus." Auf dem
Screen sind die ersten Buchstaben zu sehen. Win95 scheint aber Probleme
mit dem Aufstarten zu haben. Jetzt kommt eine Sprachenauswahl: "E,
I, F" Deutsch scheint es nicht zu geben, also drücke ich die Taste
E. Beim weiteren Aufstarten schaue ich zu Fenster raus: Auf den vom Mond
schwach beleuchteten Wegen und Gärten liegt eine dünne Schneeschicht.
Beim Hinsehen gleite ich sanft und ohne jeglichen Unterbruch der
Bewusstheit in den Alltag hinüber. Dabei gibt es keinerlei
Orientierungsschwierigkeiten. Werner |
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