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Damit
der Raum direkt erlebt werden kann, gehört eine spätere Ausführung
meiner Modelle zur Konzeption. Jedes Projekt ist auf den ersten Blick eine
abgeschlossene architektonische Anlage. Beim genaueren hinsehen, erkennt
man/ frau, dass sie sich weder als Wohn -, Geschäfts - noch öffentliches
Gebäude nutzbar machen lässt. Sie erinnert eher an einen Pavillon, die
in einer grossen Garten- oder Parkanlage stehen könnte. Sie ist ein
Gebäude als Rauminstallation.
Unabhängig
von Institutionen und religiösen Sekten möchte ich Projekte
verwirklichen, die vielen Menschen die Möglichkeit der Meditation,
Reflexion und Begegnung eröffnen. Meine Projekte, die ich hier vorstelle,
nenne ich Erwachen, Neumond
und Sprechende Hand. Am Rande seien noch die
Rauminstallationen "Kokon", "Letzte Fähre",
"Gerichtet" oder "Peep Show" erwähnt, auf die ich
hier nicht genauer eingehen werde.
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"Erwachen" setzt einen Grenzstein zwischen
Träumen und Realität. Es treibt einen Keil zwischen
alltäglichen und ungewöhnlichen Erfahrungen. Wie einen
unheilbaren Virus befällt es mich und lässt mich nicht mehr los,
bis ich erkenne, dass es kein Mittel dagegen gibt, sondern nur ein
Leben mit ihm. Es schafft eine Brücke zu der Einsicht, dass die
Welt, in der ich mich schlafwandlerisch sicher bewegt habe, nur in
meiner Vorstellung existiert. Das Bewusstsein der Endlichkeit
meiner gewohnten Welt ist die Kraft, die mich vorantreibt.
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"Neumond" ist die
Kehrseite meiner alltäglichen Wahrnehmung. Er beleuchtet -
ähnlich wie bei einer Sonnenfinsternis - die Welt so wie ich sie
mir in meinen kühnsten und schrecklichsten Träumen vorgestellt
habe. Wenn der "Neumond" aufgeht, werden die geheimsten
Ängste und Sehnsüchte in mir wach. |
Er
verwandelt das Dunkle ins Licht, das Lichte ins Dunkle und scheint in
die verborgensten Winkel der Dinge und Beziehungen. Im Licht des
"Neumondes" sehe ich mit nacktem klarem Auge das wahre Gesicht
meiner anderen Identität, das tagsüber im Getriebe und in der Hektik
des Alltags verborgen geblieben ist. Das Gesicht, das verfolgt wird von
Projektionen. Projektionen, die mich mit Vorwürfen in die Enge treiben
wollen. In meiner anderen Identität bekommen meine persönlichen
Ängste eine andere Dimension. Die Vorwürfe, die in meinen Eingeweiden
bohren, verlieren ihre Bedeutungsschwere. Mein persönliches Glück,
nach dem ich gestrebt und für das ich geschuftet habe, teile ich
unerwartet mit anderen, die wenig haben.
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Die
Harmonie und Geborgenheit in der Beziehung, nach der ich mich
sehne, entlarvt sich als zerbrechlich. Sie zerplatzt schnell wie
eine Seifenblase, wenn ich sie festhalten will. Zurück bleiben
am Tage Fragmente schöner Träume, in denen ich
außergewöhnliche Handlungsräume erlebt habe. In Bildern
versuche ich sie zu beschreiben und als Rauminstallation will
ich sie eines Tages materialisieren.
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"Sprechende Hand" ist mein vorerst
letztes Projekt in der Serie meiner Architekturmodelle. Die
einzelnen Gebäudetrakte von "Sprechender Hand" drehen
sich wie ein Schneckenhaus um ein zentrales Gebäude, dessen
Glaskuppel wie ein magisches Auge erscheint. Schon in meiner
Kindheit und Jugend erlebte ich die Kuppel meiner Kirche, wie
das Auge Gottes, das alles sieht. Heute weis ich, es ist meine
Vorstellung von einem göttlichen Auge gewesen, Dieses Auge
sieht respektvoll und ehrfurchtgebietend auf meine Taten und
Gedanken herab. |
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Unter
diesem imaginäres Auge stelle ich mich der Kritik. Unter dem
Glaskuppelauge befindet sich ein Hörsaal, das den Betrachter
meiner Arbeiten zu einem kritischen Dialog mit meiner
künstlerischen Konzeption einlädt. Selbstverständlich gehen
bei dem Dialog die Meinungen der Besucher über meine
Architekturkonzeption weit auseinander. Die Beurteilungen
reichen von distanziert, befremdet über individuell, hausbacken
bis futuristisch, modern.
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"Sprechende
Hand" ist ein Entwurf aus einer Hand und erhebt keinen
letzten Gültigkeitsanspruch. Im Gegenteil für mich ist es ein
Model, das wie viele andere wieder in der Schublade verschwinden
wird, ähnlich wie die phantastischen Entwürfe des Barocken
Grafikers Giovanni Battista Piranesi (links) oder des
Renaissance Zeichners Leonardo Da Vinci (unten) zu ihrer Zeit.
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Meine
Hand "spricht" ein sehr individuelles Konzept, das in
kein gängiges Architekturkonzept einzuordnen ist. Es ist ein
Konzept, das sich durch meine persönliche Raumerfahrung
entwickelt hat. Meine Raumerfahrung ist geprägt durch meine
Lebensgeschichte. Ich bin durch die Architekturräume wie durch
meine Lebensgeschichte gegangen. Zurück bleibt ein flüchtiger
Eindruck von einem Raum, von meinem Leben, den ich jetzt
loslassen kann ohne Reue und ohne Wehmut. |
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