| Saatgut | ||
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| Es ist Adventszeit und in einer Sozialhilfeeinrichtung herrscht ein großes Tohuwabohu. Alle Mitglieder und ich als Außenstehender sind versammelt. Keiner weiß wie es mit den zu vielen Anfragen in dieser Zeit weitergehen soll. Die sozialpsychologische Leiterin stürmt herein und beschwert sich, dass mein Vorschlag zur Auflösung der Konflikte Kresse-Samen in den Familien zum Keimen zu bringen nicht zum Kernangebot einer Sozialhilfeeinrichtung gehört und deshalb mein Beitrag inkompetent sei. Erst bin ich etwas irritiert, dass sie meine Kompetenz in Frage stellt, doch dann kontere ich, ich könnte den Familien damit beibringen zu schweben. Jetzt hält sie mich für total verrückt und die Versammlung bricht in schallendes Gelächter aus. Doch ich springe vor ihren Augen zum Erstaunen aller hoch und schwebe in der Luft. Bevor die Leiterin etwas sagen kann, packe ich sie und werfe sie über eine Balustrade in die Tiefe. Ich rufe ihr hinterher, sie soll rufen: Das ist ein Traum! Sie ist so verblüfft, das sie erst kurz vorm Aufschlagen am Boden laut aufschreit: Das ist mein Traum! Und tatsächlich schwebt auch sie daraufhin schwerelos über dem Boden. Das neue Gefühl bereitet ihr Freude und Frieden. Wir schweben aufeinander zu. Wir fühlen uns zwar sexuell zueinander hingezogen, doch ich fordere sie auf, mit Distanz alles um sich herum wahrzunehmen: Unscharfe Ränder, scharfe Details, Licht und Schatten! Ich bitte sie auf ihren Atem zu achten, insbesondere wie der Atem ihre Wahrnehmung im Schwebezustand verändert. Wir schweben durch ein Einkaufszentrum. Die Menschen hasten durch die Einkaufspassagen, um die zum Teil luxuriösen Weihnachtswünsche zu erfüllen. Sie wirken gehetzt, gereizt und verzweifelt. Jedenfalls sind die sozialen Konflikte zur Weihnachtszeit vorprogrammiert. Aber die sozialen Konflikte sind nun im Angesicht des erweiterten Blickwinkels für uns beide nebensächlich geworden. Denn kein Geschenk an Weihnachten kann dieses Klartraumerlebnis aufwiegen. Als wir den Konsumtempel über eine Rolltreppe nach oben verlassen, hat selbst meine Begleiterin unseren Streit vergessen. Ich wache zufrieden aus meinem Traum auf. |
In meinen krassen Träumen würde ich gerne einige Mitmenschen, die mit ihrem zügellosen Streben nach Luxus die sozialen Konflikte verschärfen, in den Abgrund ihrer überzogenen Wünsche stoßen. In Klarträumen würden sie merken, dass ihre Wünsche erst einmal Träume sind. Freude oder Zufriedenheit sind auch auf andere Art und Weise möglich. Doch wenn ich aufwache, stelle ich fest, es ist nur ein Traum! |
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